Fotografen-Landkarte

Fotografen vorgestellt
Johannes Fenn - fennomenal.de Drucken E-Mail

wedpic im Gespräch mit Johannes Fenn aus Arnstein. Johannes ist Top20-Contest-Gewinner der Fotografenorganisationen ISWS und AGWPJA. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.


wedpic: Seit wann fotografierst Du Hochzeiten?
JF: Als Zehnjähriger hat mir mein Vater eine Spiegelreflex in die Hand gedrückt, um ihn bei Aufträgen als Assistent zu unterstützen. So habe ich die Fotografie von der Pike auf gelernt und nach dem Studium als freier Bildjournalist und Werbefotograf gearbeitet. Zur Hochzeitsfotografie als Spezialgebiet bin ich erst Mitte 2009 gekommen. Aber seitdem fotografiere ich professionell nichts anderes. Ich denke, man sollte sich spezialisieren, wenn man wirklich gut sein will, weil der Arbeitsbereich sehr komplex ist und mehr umfasst als nur das reine Bildermachen.

wedpic: Warum gerade Hochzeitsfotografie?
JF: Mein fotografisches Thema waren immer schon Menschen, aber nicht von der Umwelt losgelöst portraitiert, sondern Menschen in ihrer Lebenswelt und in interessanten Situationen. Als Bildjournalist wollte ich immer die großen Stars und die wichtigen Leute fotografieren und bei den wichtigen Ereignissen des Weltgeschehens dabei sein. Aber was gibt es Wichtigeres als wenn sich zwei Menschen das Versprechen für ein ganzes Leben geben? Der Tag ihrer Hochzeit ist für sie das interessanteste Ereignis des Weltgeschehens. Es kommt nur auf die Sichtweise an.

wedpic: Welche anderen Fotografen haben Dich beeinflusst?
JF: Wenn ein Fotograf behauptet, er habe seinen eigenen Stil und der sei so einzigartig und kreativ, dass er von nichts und niemandem beeinflusst wäre, dann ist eine solche Aussage nichts anderes als ignorant und arrogant. Als ich mit der Hochzeitsfotografie begann, habe ich mir ein halbes Jahr lang die Bilder von anderen Hochzeitsfotografen angeschaut, nicht um sie zu kopieren, sondern um mich mit den Bildern intensiv auseinanderzusetzen. Diese Hochzeitsfotografen haben mich beeindruckt: Ben Chrisman, Jeff Ascough, Cliff Mautner, Carlo Carletti, Fer Juaristi und im deutschsprachigen Raum: Marco Schwarz.

 


 

wedpic: Was interessiert dich an Hochzeitsbildern an meisten?
JF: Ich wünsche mir immer, ich könnte den ultimativen Augenblick einfangen, ausdrucksstark und emotionsgeladen, und ihn in Bildern gestalten, die spannungsreich und fesselnd genau diesen Augenblick dem Betrachter rüberbringen.

wedpic: Worauf kommt es bei Hochzeitsfotos an?
JF: Hochzeitsfotos sollen in erster Linie authentisch und ehrlich sein und zugleich durch die Komposition beeindrucken. Am besten sage ich es mit einem Satz, den Dr. Sebastian Pranz, Chefredakteur des FROHMAGAZINS Köln, im Januar 2011 über mich und meine Bilder geschrieben hat: „Seine eigene fotografische Interpretation und seine persönliche Bildsprache schaffen Bilder, die beides sind: Kunstwerke und fotojournalistische Dokumente.“

 

 

wedpic: Was ist das Besondere an Deinem Angebot?
JF:
Drei Punkte möchte ich herausgreifen:
1) Bei mir ist „Kundenorientierung“ kein Geschäftskonzept und keine Marketingmaßnahme, sondern ich erlebe es eigentlich immer, dass mir meine Brautpaare wirklich persönlich ans Herz wachsen und ich eine echte Zuneigung zu ihnen empfinde. Am Ende ist es wirklich so, dass die Bilder nur dann gut sind, wenn ich mein Brautpaar mit den Augen der Liebe sehe.
2) Ich erlebe immer wieder, dass es mir – oft sehr zur Überraschung der Braut – gelingt, einen zunächst genervten und gelangweilten Bräutigam im Laufe eines Fotoshootings so für das Bildermachen zu begeistern, dass er gar nicht genug kriegen kann.
3) Auch bei den gestellten und inszenierten Hochzeitsportraits mache ich Bilder, die aussehen wie Schnappschüsse, natürlich, lebendig, spontan, so als wären sie ganz nebenbei, heimlich und unbeobachtet entstanden. Die Bilder unterscheiden sich entsprechend der Persönlichkeit des Brautpaares: Manchmal natürlich und romantisch, manchmal kühl und elegant. Bei den Locations bevorzuge ich das Unerwartete, das Ausgefallene und Gegensätze. Statt der traditionellen Szenarien sieht man die Paare an Orten, an denen man keine Hochzeitspaare erwartet: Im Einkaufscenter, bei IKEA, im dörflichen Tante-Emma-Laden, in der Straßenbahn, auf dem Fußballplatz, auf Bahnhöfen, in Parkhäusern oder im Schweinestall des elterlichen Hofes.

wedpic: Welche Produkte bietest Du Deinen Brautpaaren an?
JF:
Die Brautpaare bekommen von mir in jedem Fall alle Bilder, die ich für gelungen erachte, in voller Auflösung auf DVD zur eigenen, uneingeschränkten Verwendung. Alle Bilder sind digital optimiert bezüglich Farbe, Belichtung, Kontraste, Ausschnitt usw. Die Bilder, die mir am besten gefallen, werden darüber hinaus aufwändig und kreativ bearbeitet. Von den Hochzeiten und den After-Wedding-Shootings erstelle ich auch immer eine passwortgeschützte Online-Diaschau, damit die Brautpaare ihren Gästen und Freunden die schönsten Bilder zeigen können. Auf Wunsch bekommt man bei mir selbstverständlich auch die ganze Palette an fotografischen Produkten: Von sehr günstigen Bildbänden bis zu exklusiven Alben, gebunden in feinstem Leder oder mit Acryl-Cover und handgefertigt in Italien. Mir ist jedoch eine transparente und faire Preisgestaltung wichtig, so dass die Brautpaare über alle Bilder selbst verfügen können und nicht zur Abnahme von Zusatzprodukten genötigt werden.

 

 

wedpic: Mit welcher Ausrüstung fotografierst Du?
JF:
Meinem fotografischen Stil entspricht ein minimales Equipment: Zwei Gehäuse, zwei Objektive, d.h. eine Nikon D3s und eine Nikon D700 mit einem Weitwinkelzoom 24 – 70 mm/2.8 und einem Telezoom 70 – 200 mm/2.8. Weil ich keine Objektive wechseln muss, bin ich schnell und für den Augenblick gerüstet. Die empfindlichen Vollformatsensoren ermöglichen es in Verbindung mit den beiden lichtstarken Objektiven auf Blitz und sonstiges Zusatzlicht auch bei ganz schlechten Lichtverhältnissen weitgehend zu verzichten. Ich möchte die vorhandene Atmosphäre und Lichtstimmung einfangen. So bleiben Blitzköpfe, LED-Licht und Aufhellwände meistens im Kofferraum.

 


 

wedpic: Was sind die aktuellen Trends in der Hochzeitsfotografie?
JF:
Der Trend zur dokumentarischen Hochzeitsreportage kommt mir sehr entgegen. Auch die deutschen Brautpaare finden zunehmend Gefallen an einer authentischen, dokumentarischen Fotografie. Im Grunde kommt es ihnen nicht mehr nur darauf an nach 10 Jahren zu sehen, wie das Hochzeitskleid damals ausgesehen hat, sondern beim Betrachten der Bilder die Gefühle wieder wach werden zu lassen, die sie an ihrem Hochzeitstag bewegt haben. Wenn Hochzeitsfotografie das leisten kann, hat sie Ihren Sinn erfüllt.

wedpic: Wie ist der Ablauf von der Buchung bis zur Auslieferung der Bilder für Deine Kunden?
JF:
Meistens bekomme ich eine Email oder werde von Kollegen empfohlen. Wenn der Termin noch frei ist, versuche ich in einem ersten Gespräch die Wünsche und Erwartungen der Braut (meist ist es die Braut, die sich um den Hochzeitsfotografen kümmert) herauszufinden und sie mit dem Stil meiner Bilder und mit meiner Arbeitsweise vertraut zu machen. Wenn möglich lade ich das Brautpaar zu mir ein und wir machen schon ein paar Fotos. Bei einem Fotoshooting lernt das Brautpaar meine fotografische Arbeitsweise praktisch und hautnah kennen und verliert die Scheu, sich vor der Kamera zu präsentieren. Am Bildergebnis sehen sie dann, dass sie mir vertrauen können. Ich erstelle ein schriftliches Angebot mit allen meinen Leistungen und dem Gesamtpreis, der dann auch wirklich der Endpreis ohne weitere Folgekosten ist. Wenn das Brautpaar mein Angebot annimmt, bleiben wir durch Telefongespräche und Emails in Kontakt bis zum Hochzeitstag.

Während des großen Tages bin ich als teilnehmender Beobachter dabei immer am Ort des Geschehens, aber doch im Hintergrund. Wenn sich nicht gerade die Termine häufen (was in der Hauptsaison manchmal doch der Fall ist), sehen die Paare schon nach ca. vier Tagen eine passwortgeschützte Diaschau ihres Hochzeitstages auf meiner Internetseite und finden nach einer Woche eine hübsch verpackte DVD mit allen Bilddateien in ihrem Briefkasten. Falls es gewünscht wird, besprechen wir dann die Bildauswahl für ein Hochzeitsalbum. Auf jeden Fall stehe ich dem Brautpaar auch nach der Hochzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Oft erinnere ich mich später gerne an den Hochzeitstag, wenn ich einen kleinen Artikel (natürlich mit Bildern) in meinem Blog schreibe.

 

 

wedpic: Was sind das für Leute, die eine Hochzeit bei Dir buchen?
JF:
Einige Brautpaare waren schon bei Hochzeiten, die ich fotografiert habe, und kennen mich, meine Art zu fotografieren und meine Bilder von diesen Hochzeitsfeiern. Sehr viele Brautpaare kommen zu mir aufgrund von Empfehlungen von Freunden. In letzter Zeit stelle ich fest, dass viele meiner Brautpaar selber fotografieren und deshalb einen hohen Anspruch an die Fotografie und an die Bildgestaltung haben. Natürlich ist es so, dass ich von Paaren gebucht werde, die der Fotografie bei der Hochzeit einen hohen Stellenwert einräumen, sonst würden sie nicht so viel Geld dafür investieren.

wedpic: Was war Dein inspirierendstes Erlebnis auf einer Hochzeit?
JF:
Jede Hochzeit ist anders und auf ihre Weise schön. Gerade das ist es, was mir gefällt. Ich war schon bei verrückten Feiern, wo sich die Braut eine Südseehochzeit wünschte und 12 Tonnen Sand in den Hof in einem schwäbischen Dorf kippen ließ, um mit den Gästen im Hawai-Look stilgerecht zu feiern. Das war schon was Besonderes. Aber am beeindruckendsten sind für mich Hochzeiten, bei denen eine tiefe Liebe in der Familie und zwischen Brautpaar und Freunden sichtbar wird.

 


 

wedpic: Worauf sollten Brautleute achten, die einen Fotografen für ihre Hochzeit suchen?
JF:
Zunächst einmal sollten sie von den Bildern des Fotografen begeistert sein und prüfen, ob sie genau solche Bilder für ihre eigene Hochzeit wollen. Dann sollten sie darauf achten, ob sich Vertrauen zu diesem Fotografen entwickelt. Oft kann man das schon bei einem ersten Gespräch am Telefon feststellen. Denn Vertrauen ist unbedingt notwendig. Eine Trauungszeremonie kann wegen verpatzter Fotos nicht wiederholt werden.

wedpic: In welcher Gegend arbeitest du hauptsächlich, wo kann man Dich buchen?
JF:
Überraschenderweise nicht so häufig direkt vor der Haustüre in Würzburg, Schweinfurt oder Bad Kissingen, sondern wesentlich öfter in den Metropolen Berlin, Frankfurt, München und natürlich in den Hochzeitseldorados am Rhein und am Starnberger See. Buchen kann man mich weltweit; einzige Voraussetzung ist, dass das Brautpaar deutsch spricht. In einer fremden Sprache ist der Austausche über die Feinheiten, über die bei einem Fotoshooting gesprochen werden muss, nur schwer möglich.

wedpic: Was machst Du, wenn Du grad keine Hochzeit fotografierst?
JF:
Dann bearbeite ich Bilder oder kümmere mich um meine Brautpaare; vor allem aber arbeite ich an mir selber, lerne, lerne, lerne…. Und dann? Gehe ich mit meiner Frau auf Reisen, verbringe die Zeit mit Freunden oder mit meinen Jungs.

wedpic: Was möchtest Du unseren Leserinnen noch mit auf den Weg geben?
JF: Genießt den großen Tag eurer Hochzeit! Erlebt jeden Augenblick intensiv! Lebt eure Liebe! Und kümmert euch dabei nicht mehr um den Fotografen!

wedpic: Vielen Dank für das Gespräch, Johannes!

 

Kontakt zu Johannes Fenn:

www.fennomenal.de
Johannes Fenn
09363/206 408
0160/795 00 97
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