Alles über Hochzeitsfotografie
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von Maren Sierach

Sie fühlt den Schlamm zwischen ihren Zehen und das kalte Wasser kriecht ihre langen Beine empor. Der weiche, luftige Stoff um sie herum wird immer schwerer, je weiter sie hinein schreitet in das kalte moorige Wasser des dunkel blubbernden Sees. Sie tut es tatsächlich; das, was sie sich monatelang ausgemalt hatte. Mal mit Enthusiasmus, Mal mit Furcht; sie watet in ihrem schönsten und teuersten Kleid in das übelriechendste Gewässer, das es gibt.

Trash The Dress - Sascha Moll

 

Und doch, sie tut es freiwillig, sie tut es für sich und für ihn. Als sie sich schließlich umdreht, ist ihr Körper angespannt vor Aufregung und Kälte, in ihren Augen spiegelt sich eine Mischung aus Freude und Fassungslosigkeit, denn sie ist gerade im Begriff das Kleid zu zerstören, welches ihr am meisten am Herzen liegt: Ihr Hochzeitskleid.

Der weiße Stoff hebt sich hell von der dunklen Wasseroberfläche ab und ihr reiner Teint mit den glasklaren Augen und dem sinnlichen Mund kontrastiert die faserigen Baumstümpfe um sie herum. Eine ausdrucksvollere Szene kann es kaum geben; was hier geschieht ist emotional, ist einmalig, ist eindrucksvoll. Und, es wird festgehalten, nämlich von einer Kamera. Beim Umdrehen gilt ihr ausdrucksvoller Blick dem Fotografen, der genau diesen mit seinem Objektiv einfängt und verewigt. So ist dieser Augenblick allein der Braut und ihrem Kleid gewidmet, er zeigt sie in einem ganz anderen Blickwinkel und verdeutlicht wie viel in einem solchen Kleid steckt.

Trash The Dress - Sascha Moll

 

Der von John Michael Cooper erfundene Begriff „Trash-the-Dress (TTD)“ bedeutet zu Gutdeutsch soviel wie: „Zerstöre das Kleid“. Und genau das ist es, worauf diese Fotografie aus ist. Bräute können sich in allen nur erdenklichen Situationen in ihren Kleidern fotografieren lassen. Ob im Schlamm, auf der Baustelle, auf dem Bauernhof, im Brunnen oder im Moor, der Fotograf holt alles aus ihnen und ihren Kleidern heraus. Das Kleid und ihre Besitzerin bekommen einen ganz eigenen Charakter und diese Momente werden in Form von wunderbar skurrilen Bildern festgehalten.

Besonders in den letzten Jahren hat diese Art der Fotografie immer mehr Anhänger gefunden. Die Idee stammt aus den USA, doch auch hier in Deutschland kann man Trash-the-Dress Fotoshootings machen. „Es gibt immer mehr Bräute, die auch besonders einfallreiche Ideen für die Wahl des Ortes haben.“ Sagte Sascha Moll, langjähriger Trash-the-Dress Fotograf, „diese Sessions machen immer besonders viel Spaß, weil man so kreativ sein kann und außergewöhnliche Kunstwerke schafft.“

Batik live

 

Neues Entdecken

Trash-the-Dress ist frisch, neu und innovativ. Es steht im Kontrast zu üblichen, traditionellen Hochzeits- oder Paarfotos. Im Vordergrund der Fotografie steht die, das Paar umgebene Liebe, die Beziehung die sie zueinander haben und natürlich die Braut und ihr Kleid. Viele Bräute kennen nur die prototypischen Hochzeitsfotos ihrer Eltern und Großeltern, die immer wiederkehrenden gleichen Paar- und Familienaufstellungen.

Doch Bräute von heute wollen etwas Neues und Spannenders als das. Trash-the-Dress ist die neue Kunst der Hochzeitsfotografie, die Fotos zeigen das Paar mal ganz anders. Ein weiterer Grund für die wachsende Anhängerschaft dieses Trends ist das Erlebnis, was hinter jedem Bild steckt. Wenn man die Bilder betrachtet sieht man weite weiße Strände, tiefe Kluften, verfallene Ruinen und wilde Tiere. Die Aufnahmen vermitteln den Betrachtern ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer. In jedem steckt etwas von einem Abenteurer und dies ist die Gelegenheit eines zu erleben. Man bucht eine Session und kann in Grotten schwimmen gehen oder aus einem Flugzeug springen.

In Landschaftaufnahmen eingebettete Portraits

Landschaftfotografie allein ist nicht mehr viel aufregender als ein normales Hochzeitsfoto. Es gibt inzwischen so viele Bilder von großartigen Ausblicken und Eindrücken der Natur, dass man sie kaum noch zählen kann. Verbindet man jedoch diese Kulissen mit einer Braut oder einem Paar, schafft man etwas Einzigartiges. Das Paar findet sich widergespiegelt in der Natur; die Fotos zeigen einen Teil ihrer Persönlichkeit. Auch zeigen sie die Braut wie sie wirklich ist; die Fotos drücken aus, wie frei oder ausgeflippt oder wie anders als die vorangehenden Generationen sie wirklich ist.

 Trash The Dress - Sascha Moll

Trash-the-Dress Sessions finden meistens einige Zeit nach der Hochzeit statt. Dies bringt den Luxus eines offenen Zeitplans mit sich. „Das Tolle an diesen Fotoshootings ist, dass man so viel Zeit zur Verfügung hat, wie man nur will und mit einer Kulisse arbeitet, die sehr viel Freiraum für Kreativität lässt“, sagt Moll. „Auf den Hochzeiten selber herrscht oft großer Zeitdruck. Es bleibt nicht viel Raum die Braut zu fotografieren, vor allem weil man neben dem Brautpaar auch noch von vielen anderen Gästen Bilder machen möchte. Bei TTD ist das etwas anderes, man hat so viel Zeit, wie man nur will um alle möglichen Dinge auszuprobieren. Es ist einfach ein schönes Erlebnis für das Paar und für uns ist es die perfekte Gelegenheit die professionelle Fotografie nach allen Regeln der Kunst auszureizen.“

Kreativ werden: Viele Varianten von TTD

Viele Kunden sind unglaublich kreativ. Sie betrachten das Shooting als die beste Chance um Fantasien auszuleben und vielleicht in eine andere Rolle zu schlüpfen. Oft bitten sie den Fotografen darum, sich besonders ausgeflippte Dinge für sie zu überlegen. Moll betont: „Machbar ist fast alles“! Trotz allem gibt es auch viele Bräute, die ihr Kleid nicht komplett kaputt machen wollen. Es gibt eine Anzahl von Möglichkeiten, dies zu vermeiden. Die Braut könnte durch ein Feld laufen, entlang der Bahngleise oder in einem unbewohnten Gebäude umherwandern. Ein gewisses Risiko für das Kleid besteht zwar immer, aber es kann minimiert werden. Fotos mit Tieren, im Zoo, Tierparks oder auf dem Bauernhof sind schon etwas gefährlicher für das Kleid. Zwar kann es sein, dass ein Kleid die Bilder auf dem Rücken eines Pferdes gut übersteht und nach einer Reinigung wieder wie neu ist, aber dafür gibt es keine Garantie. Das Selbe gilt für einen Segelbootausflug oder Fotos im Schnee. Der gewählte Ort kann also tatsächlich darüber entscheiden welche Art der TTD Session möglich ist und wie sehr das Kleid zerstört wird.

Gruppentrash mit mehreren Bräuten

 

Wenn das Kleid doch tatsächlich ruiniert ist und nicht wieder getragen werden kann, so vermitteln die Bilder doch eine Botschaft: Die Liebe zwischen der Braut und dem Bräutigam zählt: und nichts ist wichtiger als diese.

Ideen: - Bauernhof - Baustelle - Wattenmeer - Strand - Autoreparatur - Brunnen - Pfützen - Hafen - Fallschirmspringen - Paintball - Farbe spritzen - Das Kleid auf der Leinwand - Feuer - See - Heißluftballon - Trampolin - Jahrmarkt - Skifahren - Sport - Reiten - Zirkus/Zoo (Wilde Tiere) - Wassersport (Surfen, Wakeboarden, Wasserski) - Extremsport (Klettern, Tauchen) - Unterwasserbilder - Lebensmittel (Torten, Farbe, Sahne,…) -

 
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