So gelingen Ihnen bessere Bilder
Selbst wenn das Brautpaar eine Hochzeitsreportage gebucht hat, und der Fotograf die ganze Hochzeit begleitet, so gibt es doch auch für die Gäste viele schöne Gelegenheiten zum Fotografieren. Das macht Spaß und mit modernen Digitalkameras sieht man das Ergebnis sofort am Monitor. Manchmal werden die Bilder aber nicht so, wie sie sein sollten. Wir haben daher einige Tipps und Tricks für Hochzeitsgäste gesammelt, die mit einer Kompaktkamera mitknipsen wollen.
1. Nutzen Sie das Sonnenlicht - aber richtig!Vermeiden Sie die Sonne im Rücken: Stellen Sie das Brautpaar (oder wen Sie sonst fotografieren) so auf, dass diese etwa im 45-Grad Winkel von der Sonne angeleuchtet werden. So wirken die Bilder gleich viel dreidimensionaler und ihr Motiv kneift nicht ständig die Augen zu. Die Person, die von der Sonne abgewandt steht, sollte einen kleinen Schritt nach vorne machen, damit sie nicht vom Schatten der Person steht, die der Sonne zugewandt ist. 2. Schattige Plätze suchenWenn die Sonne strahlend am Himmel steht, freuen sich alle über das gelungene Wetter. Es liegt nahe, dass man dann auch Personen in die Sonne stellt, um sie zu fotografieren. Das ist aber genau falsch. Die Sonne erzeugt vor allem um die Mittagszeit sehr harte Schlagschatten. Das Ergebnis: dunkle Augenhöhlen, leuchtende Nasenspitzen. Besser ist es, wenn Sie das Brautpaar in den Schatten stellen. Achten Sie darauf, dass kein Sonnenstrahl auf Gesicht und Kleidung fällt. Der Hintergrund darf dagegen gerne vom Sonnenlicht beschienen werden (falls der Vordergrund zu dunkel wird, stellen Sie an der Kamera den Gegenlichtmodus ein). 3. Auch bei Sonnenlicht den Blitz einschaltenWenn es kein schattiges Plätzchen gibt, schalten Sie den Blitz an der Kamera ein - auch wenn die Sonne strahlend hell scheint. Die Kamera blitzt dann im Aufhellmodus und der Blitz hellt die unvermeidlichen Schlagschatten auf. 4. Warten Sie auf die KameraKompaktkameras benötigen eine Weile zum Scharfstellen. Wenn Sie Personen bitten sich für ein Foto aufzustellen und dann erst scharfstellen, vergeht kostbare Zeit und die Gefahr, dass jemand abgelenkt woanders hinsieht oder die Augen schließt, steigt. Drücken Sie den Auslöser daher erst einmal nur halb durch, damit die Kamera scharfstellt, und halten den Knopf in dieser Position. Jetzt können Sie in Ruhe Ihr Motiv in die richtige Position dirigieren. Wenn Sie dann den Auslöser ganz durchdrücken, wird die Kamera ohne Verzögerung auslösen. Diese Technik eignet sich auch gut für Schnappschüsse, z.B. von spielenden Kindern. 5. Die fotografische SchlankheitskurOftmals finden sich Personen auf Bildern zu dick. Mit ganz einfachen Mitteln können Sie Menschen schlanker erscheinen lassen. Achten Sie darauf, dass niemand frontal zur Kamera steht. Lassen Sie die Personen ein wenig seitlich drehen, schon wirken sie schlanker und dynamischer. Oberarme sollten nicht direkt am Körper anliegen, sondern ein klein wenig vom Körper weg gehalten werden - so werden sie nicht zusammengedrückt und wirken schmaler. Doppelkinne verschwinden, wenn man das Kinn ein wenig nach oben hält. Eventuell müssen Sie sich dann einen erhöhten Standpunkt suchen, um nicht in die Nasenlöcher hinein zu fotografieren. 6. Nutzen Sie die MotivprogrammeDie meisten Kompaktkameras verfügen über Motivprogramme für unterschiedliche Aufnahmesituationen. Viele Besitzer lassen die Kamera aber meist in vollautomatischen Modus. Damit entstehen nur durchschnittliche Aufnahmen. Mit den Motivprogrammen können Sie Ihre Bilder oft erstaunlich verbessern - probieren Sie das ruhig einmal aus. 7. Kein Blitzlicht in der KircheDie Kirche ist ein Ort der Besinnung und eine kirchliche Trauung keine Pressekonferenz. Wer hier fotografiert, sollte sich respektvoll und zurückhaltend verhalten. Dazu gehört, das Blitzlicht abzuschalten. Oft ist es dann aber zu dunkel, um aus der Hand zu fotografieren. Wenn Sie kein Stativ haben, können Sie die Kamera auf die Kirchenbank legen - so ist auch eine längere Belichtungszeit möglich. Die meisten Kompaktkameras haben Zoomobjektive - stellen Sie die Kamera auf Weitwinkel ein, so wird sie lichtempfindlicher. Grundsätzlich sollten Sie den Pastor fragen, ob das Fotografieren gestattet ist. Wenn ein bestellter Fotograf anwesend ist, sollten Sie während der Trauung auf das Fotografieren verzichten. So stören Sie das Brautpaar nicht und können sich selbst auf die Feier konzentrieren. (siehe auch: Fotografieren in der Kirche) Im Standesamt gelten weniger strenge Regeln. Aber auch hier gilt: wenn ein besteller Fotograf anwesend ist, bleiben sie auf Ihrem Platz. Der Standesbeamte wird zur Ringübergabe Gelegenheit zum Fotografieren geben. (siehe auch: Der Fotograf im Standesamt) 8. Nicht immer die MitteBeim Blick durch den Kamerasucher konzentriert sich unser Auge gerne auf die Mitte. So werden dann Köpfe häufig in der Bildmitte platziert und nach oben ist jede Menge Platz. Achten Sie bei Portraits und bei Personen daher darauf, dass das Bildformat ausgenutzt wird. Köpfe sollten also im oberen Drittel des Suchers liegen. 9. An den Hintergrund denkenUnser Gehirn fokussiert unbewusst immer auf das, was uns gerade interessiert. Die Kamera sieht dagegen alles gleich, und so bemerkt man störende Gegenstände im Hintergrund des Bildes oft erst, wenn die Abzüge aus dem Labor kommen. Gewöhnen Sie sich beim Fotografieren an, immer das Sucherbild nach störenden Elementen abzusuchen. Oft reicht ein Schritt zur Seite, um unliebsame Objekte wie Regenrinnen, Mülleimer und ähnliches verschwinden zu lassen. 10. AbstandKleine Kameras haben einen sehr großen Schärfebereich. Dadurch werden unruhige Hintergründ oft zu stark betont und lenken vom eigentlichen Motiv ab. Versuchen Sie daher, Ihr Motiv möglichst bildfüllend aufzunehmen. Bei Portraits empfiehlt es sich, die Personen möglichst weit weg vom Hintergrund aufzustellen, und gleichzeitig mit der Kamera möglichst nah an die Personen ranzugehen. 11. Behindern Sie den Fotografen nichtIst Ihnen bei Politikern und Prominentenfotos schon einmal aufgefallen, dass die Abgebildeten immer in verschiedene Richtungen schauen? Das liegt daran, dass eine ganze Meute von Fotografen gleichzeitig an ein Bild kommen will. Genauso ist es auch bei Hochzeits-Portraits. Wenn mehrere Fotografen gleichzeitig um die Aufmerksamkeit des Brautpaars oder der Gruppe kämpfen, wissen die Abgebildeten nicht wohin sie schauen sollen. Ist ein Profi für die Portraits engagiert, warten Sie entweder, bis er fertig ist oder fotografieren Sie "stumm" mit. So sind am Ende alle zufrieden!
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